Saftige Flugpreiserhöhungen

Sicherheitsgebühr verteuert Linienflüge / Pauschalreisen folgen

(veröffentlicht im Weser Report, 21.10.2001)


Bremen. Einen unerfreulichen Brief haben Ursel und Heiko L. kürzlich von ihrem Reisebüro erhalten: Wegen verschärfter Sicherheitsmaßnahmen der Fluglinien erhöhe sich der Preis für ihre geplante Paris-Reise über Silvester um satte 85 Mark pro Person. dabei hatten sie ihren Trip bereits im August gebucht.

"Gebucht, aber nicht voll bezahlt" - das ist des Rätsels Lösung: Wer seine Flugtickets bei Linienflügen nicht sofort bezahlt und ausstellen lässt, riskiert nachträgliche Preiserhöhungen. Das ist nach Auskunft einiger Reisebüros gängige Praxis. "Werden die Tickets erst später ausgestellt, gibt es keine Preisgarantie mehr", warnt Andreas Taechl von Check-Point Reisen. Alle Preise seien bis zur Ausstellung unverbindlich, darauf müssten die Reisebüros ausdrücklich hinweisen. Besonders nach dem 1. Oktober sei dies wichtig.

Preiserhöhung in neuen Katalogen

Gilt diese Erhöhung bislang nur für Linienflüge, werden künftig wohl auch die Preise für Pauschalreisen erhöht. Bei den Hapag-Lloyd-Reisebüros in Bremen geht man davon aus, dass die Sicherheitsgebühren in den neuen Sommerkatalogen bereits berücksichtigt werden. Generell werden diese Erhöhungen aber nur für Neubuchungen gelten und nicht nachträglich - wie im Falle der gerade gerichtlich untersagte Kerosin-Klausel.

Der Tipp der Reisebüros, sich bei Linienflügen die Flugscheine zurzeit sofort ausstellen zu lassen und so nachträgliche Preiserhöhungen zu vermeiden, funktioniert bei Charterflügen jedoch nicht: Hier werden nach Buchung 15 Prozent der Kosten abgebucht, der rest erfolgt erst vier Wochen vor Abflug. Bis dahin können sich die Preise theoretisch noch erhöhen.

Stornogebühren?

Familie L. überlegt angesichts der saftigen Erhöhung, ob sie nicht den Nachtzug nach Paris nimmt - das ist günstiger. Ob sie die Storno-Gebühren für den Flug zahlen müssen, hängt von der Kulanz des Reisebüros ab - generell seien erhöhte Preise kein Grund für kostenlose Stornierungen, so die Reisebüros. (bik)

 

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