Gut auf den Ruhestand vorbereitet

Union-Vorsitzender Horst Nölker hat noch viele Pläne für den dritten Lebensabschnitt

(veröffentlicht im Weser Report, 21.10.2001)


Bremen. Knapp an der Stadtgrenze zu Bremen lebt Horst Nölker in einem architektonisch reizvollen Reihenhaus in Stuhr. Roter Klinker, in eine kleine Vertiefung hineingebaut und mit Efeu bewachsen, so wohnen der Vorsitzende des kaufmännischen Vereins Union von 1801 und seine Frau Astrid seit etwa zwanzig Jahren.

Ein kleines Treppchen führt hinab in das Reich des Hausherren: die Küche. Hier backt und brutzelt Nölker am liebsten für Freunde und Familie. Dazu ein schönes Glas mit spanischem Rotwein im mit warmen Erdtönen gestalteten Wohnzimmer - der Inbegriff eines gemütlichen Abends für den ehemaligen Sparkassenhallenchef.

Mehrere "Berufe"

Doch gemütliche Abende sind für den 60-Jährigen selten, denn seit er im April in den Ruhestand gegangen ist, praktiziert er gleich mehrere "Berufe": Vorsitzender der Union von 1801, Reiseberater, Unternehmensberater und Referent für Verkaufsstrategien. Darüber hinaus baut er sich einen Bereich auf, den er "Culture Consultant" nennt: Er organisiert Events und Reisen, zwei Dinge, die er ohnehin mag. "Und wenn mir gar nicht mehr einfällt, dann backe ich Kuchen und verkaufe den", sagt der Ruheständler lachend, der sich gut auf seinen dritten Lebensabschnitt vorbereitet hat.

Aber an Ideen mangelt es ihm nie - seine Frau (54) muss ihn schon manchmal etwas zurückhalten. Daneben natürlich noch seine zahlreichen Hobbys: Seine Urlaubsvideos schneidet er am Computer zu kleinen Filmen zusammen, seine Fotos baut er in Kalender ein, das Internet versorgt ihn mit Informationen. Außerdem reist der gelernte Bankkaufmann für sein leben gern: Mallorca kennt er wie seine Westentasche, ebenso Florida, die Kanaren und Namibia. "Nur für die Ölmalerei habe ich im Moment nicht sehr viel Zeit."

Zettel parat für Ideen

Bei gutem Wetter schwingt er sich lieber aufs Rad oder besucht die Golfplätze der Umgebung. Und bereits am frühen Morgen zieht er eine erste Runde an der Ochtum. "Die Landschaft ist wunderschön, und ich kriege einen klaren Kopf für den Tag." In der tasche hat Nölker stets einen Zettel für die Projekte, die ihm unterwegs einfallen.

"Ich kann einfach nichtimmer nur das eine machen", weiß Nölker, "das liegt wohl daran, das ich ein Widder bin." Er würde gern einmal bei einer Weinlese in der Toscana mithelfen und einmal in den Oman reisen - "Ich hab' noch einen ganzen Sack voller Wünsche..." (bik)

 

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