Joschka und die Wahrheit

Gayle Tufts und Rainer Bielfeldt im Jungen Theater

(veröffentlicht im Weser Report, 18.11.2001)


Bremen. Keine Stand-up-comedian sei sie, sondern eher eine Sit-down-comedian, behauptet Gayle Tufts und lässt sich bequem auf das rote Sofa auf der Bühne fallen. Von hier aus parliert die Entertainerin über "die wahre Wahrheit" über das Showbiz, den Weltschmerz und ihre Liebe zu Joschka Fischer.

Bremen ist für Gayle Tufts und Rainer Bielfeldt ein dankbares Publikum: Immerhin kommen sie jetzt zum wiederholten Male ins Junge Theater, um ihr neues Programm in einer Art Vorshow zu testen. Und auch wenn noch längst nicht alles perfekt war, das Publikum und die Entertainerin hatten ihren Spaß.

Name geändert

Der Name der Show hat sich inzwischen geändert: Nicht mehr "Shake it!", sondern eben "Die wahre Wahrheit" soll es heißen. Die "wahre Wahrheit" ist zum Beispiel, dass die Erfinderin des "Denglish" am liebsten "A day on the couch" verbringt, dass Castings eine schwierige Sache sind, bei der es nach drei Sekunden heißt "Thank you, we call you, good bye", und dass es gewichtige Unterschiede zwischen Gayle Tufts und einem Elefantenbaby gibt: "Bei dem Elefanten freut sich alle Welt, wenn es fünf Kilo mehr wiegt".

Und was dabei herauskommt, wenn der eigene "kongeniale Begleiter" Rainer Bielfeldt ein Bierchen mit Berlins neuem Bürgermeister Klaus Wowereit trinkt, spürte Gayle am eigene Leib: Zur neuen "Berlin-Hymne", die vom Oberbürgermeister in Auftrag gegeben wurde, muss sie in eine Bärenkostüm steigen und "Berlin ist wunderbär" singen.

Zarte Töne

Neben diesen humoristischen Seiten schlagen die beiden aber auch zarte Töne an: Die wunderschöne Duett über die Geschichte, wie sich Rainer Bielfeldts Eltern vor 50 Jahren kennengelernt haben, ist Gänsehaut-verdächtig. Und das traditionelle Abschiedslied, die "New York City Serenade", bekommt nach dem 11. September eine beklemmende Seite. (bik)

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