Wegweisende Kreativschmiede

Ideen der Gruppe für Gestaltung zieren Speisekarten und Aschenbecher

(veröffentlicht im Weser Report, 9.12.2001)


Bremen. Ihre Produkte standen in der ganzen Stadt, liegen in allen Kühlregalen, zieren Speisekarten oder vibrieren in Diskotheken. Was in der Bremer Gruppe für Gestaltung (GfG) entsteht, ist vielen bekannt: Die Wegweiser zur Blauen-Reiter-Ausstellung, die Verpackung der Kraft-Lunchables, das Interieur des Restaurants Osteria oder der Beck's Sound-Visualizer sind in den Köpfen der Designer der GfG entstanden. Sie selbst arbeiten dagegen eher bescheiden in einem schmalen Haus Am Dobben: Nur ein kleines Schild weist darauf hin, dass hier eine der Kreativschmieden der Stadt liegt.

Mittlerweile arbeiten hier 28 Menschen, die aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen, erklärt Hanke Homburg, einer der "Gründungsväter": "Ich selbst habe Tischler gelernt, bevor ich an der Hochschule für Künste studierte, andere sind eigentlich Schlosser, Architekt, Fotograf oder Bauingenieur." Als sechs HfK-Studenten vor fast sieben Jahren ihr erstes Projekt in einem elterlichen Keller entwickelten, war bereits klar, was sie wollten: "Wir waren vielseitig interessiert, hatten verschiedenste Fähigkeiten, wo kann man was zusammen machen?" Bei ihrem ersten großen Auftrag für das Schuhhaus Thomas Brand durften die Designer alles machen: Vom Schuhregal über die Türklinke bis hin zum Logo und der Werbekampagne. "Unsere Stärke liegt darin, dass wir gemeinsame Projekte angehen, obwohl oder weil wir so unterschiedlich sind."

"Viele Beine"

Aus diesem Grund trifft sie die derzeitige schlechte Wirtschaftslage auch nicht so schwer, sagt der 33-jährige Homburg: "Wir stehen auf vielen Beinen, und wenn das Internet zurzeit nicht so gut läuft, machen wir eben mehr Verpackungen." Ihr Kundenstamm ist dabei mittlerweile nicht mehr nur das kleine Restaurant oder der Schuhladen, sondern auch Großkonzerne wie Kraft Foods und Beck's. Zu etwa 60 Prozent kommen die Aufträge aus Bremen, schätzt der Designer, 40 Prozent sind auswärtige Projekte.

Ein neuer Kunde, der nur eine vage Vorstellung von dem hat, was er von der GfG möchte, wird zunächst einmal gründlich beraten: Die GfG-ler schlagen, entsprechend der Firmenphilosophie, des Produktes und des Marktes, Kommunikationsstrategien vor, die dann bei Wohlgefallen von kleinen Teams von drei, vier Mitarbeitern verwirklicht werden. Was dabei heraus kommt, kann sich sehen lassen: Immerhin haben sie für einen Stand auf der Cebit und für das Wegeleitsystem für die Blaue-Reiter-Ausstellung anerkannte Designer-Preise gewonnen.

Halloween-Design

Die Ideen gehen den Kreativen jedenfalls nicht aus: Demnächst werden von ihnen entworfene Beck's-Aschenbecher zu sehen sein, und wenn im kommenden Jahr die Halloween-Zeit bei Kraft Foods beginnt, dann steckt auch hier die GfG dahinter. (bik)

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