Das Talent sitzt im Hinterkopf

Berater Norbert Pelzer sucht neue Mitarbeiter nach dem Gesicht aus

(veröffentlicht im Weser Report, 23.12.2001)


Bremen. Beim Rennen um die besten Jobs spielen die Fähigkeiten der Bewerber eine große Rolle. Personalchefs entscheiden aber auch immer ein wenig intuitiv. Dieses "Bauchgefühl" ist eher vage und sehr subjektiv. Einen anderen Ansatz verfolgt der Harpstedter Personalberater Norbert Pelzer: Er berät aufgrund der Psychophysiognomik.

Hinter diesem komplizierten Namen verbirgt sich die Theorie, dass sich im Gesicht eines Menschen widerspiegelt, welchen Charakter er hat. Nicht umsonst spricht man vom "energischen Kinn" oder der "Denkerstirn". Carl Huter hat Anfang des 20. Jahrhunderts dieses Wissen erweitert, notiert und damit eine Möglichkeit geschaffen, durch Beobachtung sien gegenüber besser einschätzen zu lernen. So verrät der Hinterkopf, wie groß Selbstbewusstsein und Konzentrationskraft ist, das Talent findet sich am Hinterkopf, und an der Nasenspitze kann der Eingeweihte ablesen, wie der Gemütszustand ist.

Teamfähigkeit voran

Pelzer beobachtet den Arbeitsplatz, die Kollegen und den potenziellen Mitarbeiter ganz genau: "Zeugnisse und Fähigkeiten interessieren mich erst einmal gar nicht." Schließlich sei die Hauptsache, dass der neue Kollege ins Team passt - die fachliche Kompetenz kann angelernt werden. Denn wer sich an seinem Arbeitsplatz nicht wohl fühlt, wird auch schlechte Leistung abliefern, egal wie gut er laut Zeugnissen ist.

Mit diesem Konzept ist der Personalberater Pelzer seit zehn Jahren erfolgreich. Sowohl Arbeitssuchende als auch Arbeitgeber beauftragen ihn, den passenden Job oder Mitarbeiter zu finden. Einer seiner besten Kunden ist die Buchhandlung Grüttefien, die etliche Filialen im norddeutschen Raum hat, darunter zwei in Bremen.

Individuelle Stärken

Der besondere Erfolg Pelzers basiert darauf, dass er sich auf die Stärken der menschen konzentriert: "Bei mir geht es nicht darum, was der Mensch nicht kann und noch lernen muss, sondern darum, was er kann." Und weil jeder seine individuellen Stärken hat, vermeidet Pelzer auch Mobbing in einer Firma.

Nicht nur die Rekrutierung neuer Mitarbeiter ist Pelzers Aufgabe, sondern auch die Betreuung darüber hinaus. Außerdem lehrt er Psychophysiognomik in Seminaren. Sein Publikum: von der Hausfrau bis zum Manager. Für manche sei es so etwas wie ein Befreiungsschlag, wenn Pelzer ihnen sagen kann, dass sie zum Beispiel ein großes kreatives Potenzial in sich schlummern haben. Norbert Pelzer: "Psychophysiognomik ist bewusste Menschenkenntnis, es hilft, sich selbst und dann auch die anderen besser kennen zu lernen." (bik)

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