"Sieht nach Abzockerei aus"

Eine SMS zu beantworten, kann teuer werden / Verbraucherzentrale warnt

(veröffentlicht im Weser Report, 18.4.2001)


Bremen. Wenn ihr Handy piept, freut sich Klara normalerweise über eine kleine, nette Meldung von Freunden, eine SMS. Neulich jedoch erhielt sie folgende mysteriölse Meldung von einem unbekannten Absender: "Hallo Klara, habe schon versucht, dich zu erreichen, leider ohne Erfolg. Bin ab 16.45 unter folgender Nummer zu erreichen..." Es folgte eine kostenpflichtige 0190er-Nummer.

Mit diesem Trick versucht in jüngster zeit ein windiger Unbekannter Geschäfte zu machen. Denn wer, wie Klara, seine Neugier nicht zügeln kann und die angegebene Nummer wählt, erreicht nur eine Mailbox, die minutenlang eine unsinnige Ansage abspult - und währenddessen rauscht das Geld nur so durch die Leitung: Im vorliegenden Fall kostet eine Minute unter dieser Nummer 3,63 Mark.

"Kein geldwerter Service dahinter"

Die Verbraucherzentrale warnt davor, ungebetene SMS zu beantworten, erst recht, wenn eine 0190er-Nummer angegeben ist. "Das sieht sehr nach Abzockerei aus, vor allem, wenn kein gelwerter Service dahinter steht", sagt Rechtsberaterin Gabriele Zeugner.

Informationen über die Mieter der Anschlüsse können über eine kostenfreie Auskunft der Telekom (0800/3300900) oder den Verein Freiwillige Selbstkontrolle Telefonmehrwertdienste (FST) in Düsseldorf (0211/6986173) abgefragt werden.

Netzanbieter lassen mit sich reden

Hier hat man bereits von der neuen Masche gehört. "Absolut unzulässig" lautet das Urteil der FST. Eine Mitarbeiterin erläutert: "Laut dem freiwilligen Verhaltenskodex, den viele Netzanbieter unterschireben haben, dürfen 0190er-Nummern keine Rückrufnummern sein."

Als erste Maßnahme können sich derart Geneppte an den Netzanbieter wenden und verlangen, die Kosten für die unerwünschten Telefonate nicht zu verrechnen. Die meisten Anbieter lassen hier mit sich reden, weiß die FST aus Erfahrung. "Es geht ja insgesamt um die Seriösität der 0190er-Dienstleistungen." Nur im äußersten Fall müsse der rechtsweg eingeschlagen werden.

Sanktionen nur gegen Mitglieder

Unabhängig davon können Betroffene eine schriftliche Beschwerde über den dubiosen Telefon-Service beim FST einreichen. dessen Sanktionen reichen von Rügen bis hin zu geldstrafen - allerdings nur gegen Mitglieder des FST e.V. Bei anderen Anbietern hilft nur der Dialog. Und vorsichtshalber beim nächsten Mal gar nicht erst zurückrufen. (bik)

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